(Rock/Roots Rock/Blues Rock) 2014 Shout! Factory - für mich, der ich diese Band irgendwann ab den 2000ern eigentlich aus den Augen verloren hatte, weil mich ihre Mischung aus All American Mainstream Rock Music und einigen trendigen Popschlenkern nicht mehr anfixte, ist dieses neue Album bereits die zweite positive Überraschung aus dem Big Head Todd-Stall hintereinander! Zugegeben, eingestiegen war ich vor drei Jahren nur wieder bei ihnen, weil mich die illustre Gästeliste auf ihrem Robert Johnson-Tributalbum '100 Years Of...' neugierig machte. Am Ende war das ein zutiefst befriedigendes Blues'n Roots-Werk, für das man ganz passend die Formel Big Head Blues Club erfand und bei dem alles zusammen passte, besonders die Rolle des Quartetts um Bandleader Todd Park Mohr als Moderatoren zwischen dem uralten Kulturgut des Robert Johnson, dem respektvollen Einbau der Stars (Charlie Musselwhite, Hubert Sumlin, Cedric Burnside, B.B. King, Ruthie Foster, Honeyboy Edwards!) und dem Anspruch, die eigene musikalische Sichtweise durchaus Americana-zeitgerecht einzubringen. 'Black Beehive' ist nun genau 25 Jahre nach dem Release ihres Debütalbums ('Another Mayberry') die 12. BHT & The Monsters-Scheibe, aber sie steht stilistisch und atmosphärisch weitaus näher am BH Blues Club als an den alten Rocksachen. Nun, Todd Park Mohr lebt seit vielen Jahren in Chicago (die Band hatte ihren Ursprung in Boulder, Colorado), und das hat sich wohl ausgewirkt. Von Anfang an überzeugen Mohr (Electric & Acoustic & Slide Guitars, Vocals), Jeremy Lawton (Keyboards, Pedal Steel), Rob Squires (Bass) und Brian Nevin (Drums) mit einem hoch elektrischen, organisch fließenden, lebendig mitreißenden Roots Rock, in dem sich mehr oder weniger deutliche Spuren von Hill Country Blues, Guitar Rock, Soul, Funk, Folk Blues, Swamp Rock und Big City Blues wiederfinden. Mohr singt mit kräftiger, oft an schwarze Musiker erinnernden Charakterstimme ausschließlich eigene Songs, die (wie im Titelsong) den frühen Tod von Amy Winehouse beklagen, den "arabischen Frühling" aus Sicht eines Aktivisten betrachten ('We Won't Go Back') oder sich mit dem miserablen Zustand der US-Gesellschaft auseinandersetzen ('Fear, Greed And Ignorance'). In 'Hubert Sumlin' wird dem legendären Howlin' Wolf-Gitarristen gehuldigt. Ausgesprochen "black" produziert von Steve Jordan (Keith Richards, Fabulous Thunderbirds, Robert Cray Band, Los Lonely Boys, Neville Brothers), feat. Gitarrist Ronnie Baker Brooks (Sohn des großen Chicago Bluesers Lonnie Brooks), Howlin' Wolf-Bandleader Eddie Shaw (Harmonica, Tenor Sax) und Jordan höchstselber mit etwas Drums, Percussion, Electric Guitar und Backing Vocals.