(Songwriter/Folk Rock/Alt.Country/Roots) 2014 Privatlabel - na, immer noch nicht genug von all den jungen Männercombos, Appalachian Folk-Studenten und Acoustic-Brüderduos in stylischer Landkluft mit typischem Genreinstrumentarium, zweistimmigen Gesangssätzen, ausgeprägtem historischen Wissen um The Band & Co. und traditionsverhafteten, aber natürlich selbstgeschriebenen Songs?! Immer noch nicht den Kanal voll von den Avetts, Felices, Lumineers, Ruckuses, Mumfords und den Kids mit den Milchtüten?! Gut so, ich auch nicht, solange es derart glänzend aufgestellten "Nachwuchs" gibt wie diese Typen aus Los Angeles, die sich nach jahrelanger, unerquicklicher Erfolgssuche zusammengetan haben, um gemeinsam neu durchzustarten. Und wie! Eigentlich kennen sich Jonathan Clay (akustische & elektrische Gitarren, Lap Steel, Harmonica, Banjo, Akkordion, Vocals) und Zack Chance (Klavier, Orgel, Electric Piano, Vocals) aus Kindheitstagen in Magnolia, Texas, konnten aber in der Austin Scene nie richtig Fuß fassen, zogen nach L.A., um dort den irren Plan zu fassen, sich für ein ganzes Jahr in einer Blockhütte in den Wasatch Mountains, einem Gebirgszug der Rockies in Utah, einzuquartieren, komplett mit rudimentärer Aufnahmetechnik und ihren Instrumenten. Völlig losgelöst von Terminhatz, Zeitdruck und der Big City-Hektik von L.A. haben sie einen ganzen Stapel Songs über ihre Befindlichkeiten, fiktive Stories und Reflektionen aus der gewaltigen Natur gemeinsam geschrieben und mit Hilfe von Nick Bearden (Bass, Baritone Guitar, Pedal Steel, Mandoline, Orgel) und Ed Benrock (Drums, Percussion) sowie zwei Toningenieuren aufgenommen. 11 davon haben sie dann auf selten kongeniale Weise zusammengefasst für ihr treffend betiteltes Debütwerk 'Utah - A Collection Of Recorded Moments From The Wasatch Mountains'. Von Anfang bis Ende im steten Fluss zwischen melodiösen Harmony/Folkballaden und dezent elektrisch aufgestockten Rockern frei nach Felice Brothers-meet-The Band kommen die Arrangements höchst delikat und gediegen, am Ende sind es aber diese beiden begnadeten Stimmen, die in ihrer Verschmelzung so nachhaltig beeindrucken und einem Schauer über den Rücken laufen lassen. Das ist nichts weniger als die große Schule der Everly Brothers, Simon & Garfunkel und Crosby/Nash! Manchmal braucht es nicht viel mehr als reichlich Talent, den richtigen Ort und genügend Zeit, um einen echten Meilenstein zu schaffen! Von Jamestown Revival wird man noch hören!!