(Rock/Jam Rock/Folk Rock/Progressive Bluegrass/Fusion) 2014 Sci Fidelity - großartiges Comeback der berühmten Jam Rock-Truppe aus Boulder, Colorado. Zum 20-jährigen Jubiläum gibt's nach 9 Jahren endlich mal wieder ein Studioalbum mit komplett neu aufgenommenem Material, das die einzelnen Musiker über einen längeren Zeitraum einzeln oder in Teams komponiert (und z.T. bereits live erprobt) haben. Es ist überhaupt erst das 6. Studiowerk dieser eigentlich eher durch ihre furiosen, Grateful Dead-Umfeld-ähnlichen Live Shows bekannte Topgruppe, die einst als hippieske Ski/Snowboard-Szenecombo in den Rocky Mountains startete und dann - neben Widespread Panic, Moe., Dave Matthews Band, Phish und Leftover Salmon - zu einem der herausragendsten Vertreter des Genres aufstieg. Personell noch völlig intakt, also mit Bill Nershi (Guitars, Vocals), Michael Kang (Electric Mandolin/Fiddle, Vocals), Kyle Hollingsworth (Keyboards, Vocals), Keith Moseley (Bass, Vocals), Michael Travis (Drums) und neu dazu Jason Hann (Percussion), haben die Sechs musikalisch zur prägenden Form ihrer Frühwerke zurückgefunden, sich allerdings technisch und in Sachen Songqualität weiter profiliert! Bis auf Drummer und Percussionist schreiben alle Songs und singen jeweils die Leadstimme. Die Bandbreite reicht dabei von progressivem, hochgetunetem Blue/Newgrass über Reggae/Karibik-geprägte Relaxstücke und Songwriter-bewusstem Folk Rock bis zu den funky/groovy Kompositionen des Keyboarders, die an manche Bill Payne-Nummern bei Little Feat erinnern. Überhaupt sind jene ein Eckwert in der Beschreibung von SCI, die Allman Brothers, New Grass Revival und sogar Santana ein paar andere. Der bekannte Jerry Harrison (Ex-Talking Heads, Produzent für u.a. Big Head Todd, BoDeans, Kenny Wayne Shepherd, Violent Femmes, The Rides) hat 'Song In My Head' lebendig, dynamisch, teilweise richtig wuchtig rockend produziert. Diametral anders als z.B. für 'Untying The Not' (2003, mit Youth) oder 'One Step Closer' (2005, mit Malcolm Burn) hat Harrison auf jedwedes Brimborium verzichtet und die Band weitgehend spontan arbeiten lassen. Allerdings wurde der Schwerpunkt auf eine wesentlich ausgefeiltere Vocals-Performance/Produktion gelegt. Insgesamt ein sehr gelungenes, professionelles Album, bei dem die beinharten live-only SCI-Fans, die prinzipiell Studioaufnahmen ihrer Lieblinge ablehnen, nochmal umdenken sollten. Sie würden was verpassen!!