(Folk Rock/Alt.Country Rock/Roots/Indie Pop) 2014 Compass - diese richtig tolle Band mit ihrem schlicht überragenden dritten Album kommt aus Nashville und war zuvor eigentlich eher im Bluegrass/Newgrass/Mountain Folk/Stringband-Lager zuhause. Aber ähnlich wie Chatham County Line, Trampled By Turtles, Railroad Earth, Cadillac Sky haben sie sich - besonders songwriter-technisch und stilistisch - gehörig weiterentwickelt, schauen mittlerweile weit über das vormals rein ländlich-akustisch eingezäunte Terrain hinaus. Und ja, auch der dieser Tage unvermeidliche Vergleich mit den Avett Brothers ist bei den Farewell Drifters evident! So hat der eine Frontmann, Rhythmusgitarrist/Leadsänger Zach Bevill, das Banjo zugunsten eines Klaviers eingetauscht, das besonders auf den schwelgerischen Balladen zum Einsatz kommt. Zusammen oder im Wechsel mit Mandolinenpicker/Harmoniesänger Josh Britt zeichnet er für alle Songcredits verantwortlich. Dessen Bruder Clayton Britt fügt dem Sound der Drifters jetzt - dezent und höchst geschmackvoll getupfte! - Electric Guitar-Anteile hinzu, Bassist Dean Marold komplettiert das zum Quartett geschrumpfte Lineup. Den festen Fiddler haben sie gar nicht mehr dabei, dafür wirkt mitunter Eamon McLoughlin von den Greencards als ganze String Section zusammen mit anderen Gastmusikern wie Kris Donegan (Lap Steel, Electric Guitars), Evan Hutchings (Drums) und Neilson Hubbard (Keyboards). Hubbard hat das Album in bekannter Manier, also durchaus roots-präsent, aber mit charmantem Hang zum melodieträchtigen, bedeutungsschweren Indie Pop produziert - ähnlich im Sound wie bei früheren Arbeiten für Josh Rouse, Matthew Ryan, Kim Richey, Apache Relay und Amy Speace! Hymnische Überballaden stehen hier im attraktiven Kontrast zu Rest-Bluegrass und elektrisch rockendem Alt.Country in flexiblen Laut- und Leise-Variationen und überraschenden Schnell- und Langsam-Abläufen, mit erstklassigem Songwriting als Basis und markanten Lead & Harmony Vocals als Prunkstück obendrauf. Exzellent!