(Indie Folk/Folk Rock/Alt.Pop) 2014 Signature Sounds - 5. volles Album der in der öffentlichen Wahrnehmung immer noch merkwürdig unterbewerteten Band aus Massachusetts. Vielleicht liegt's am Spagat zwischen dem grundlegenden Folk und Folk Rock einer-, sowie dem trefflichen Geflirte mit Indie Pop-Mustern verschiedener Couleurs andererseits. Haben wir es mit einer Americana-Band zu tun oder doch eher mit einer semiakustisch/elektrischen Pop Band? Auch 'Echolalia' will diese Frage so gar nicht beantworten und das ist genauso das Spannende an der Musik der Winterpills wie das ständige Variieren der oft kunstvoll drapierten Arrangements unter Beibehaltung einer gewissen Singer/Songwriter-Bodenhaftung. Und doch ist auf dem neuen Album substanziell so einiges anders als zuvor. 3/5 der Band machen nämlich Pause - baby-, familien- und job-bedingt. So haben die beiden Frontleute Philip Price (ansonsten alleiniger Songschreiber, Gitarrist, Leadsänger und Bandchef) und Keyboarderin/Sängerin Flora Reed praktisch zuhause im Alleingang ein Duowerk eingespielt, und zwar nicht etwa mit neuen Price-Songs, sondern mit beider Lieblingsstücken, die sie in ihrer eigenen musikalischen Sozialisation geprägt haben und denen sie nun Tribut zollen. Allein die Autoren dieser eher ungewöhnlichen Auswahl geben reichlich Auskunft über die innere Befindlichkeit der Winterpills!! Sharon Van Etten, Nick Drake, Lisa Germano, Jules Shear, Buddy Holly, Matthew Sweet, The Go-Betweens, Damien Jurado, XTC, Mark Mulcahy, Beck und last not least 'Cry Baby Cry' von den Beatles. Welch eine Ansammlung illustrer musikalischer Bezüge, welch eine kolossale Umsetzung: Das stilistische Spektrum reicht dabei von simplen, harmoniesüchtigen, hypermelodischen "2 Guitars/2 Voices" New Folk-Adaptionen über schwelgerischen, Streicher-aufgerüsteten Chamber Pop bis hin zum mit Rhythm Section unterlegten Folk Rock nahe britischen Vorbildern und 'Cry Baby Cry' als mächtiges Psych Pop/Folk Rock-Hybrid. Anders als bei den "normalen" Winterpills bekommt Reed hier 50% Lead Vocals-Anteile, ergänzt sich mit Price dazu ausnehmend hingebungsvoll in den gemeinsamen Harmonies. Die beiden singen und spielen bis auf ein paar Streichereinsätze und Beck's 'The Wolf On The Hill' (mit den kompletten Winterpills im Quintett) alle Instrumente selber und verbreiten dabei eine betörende Aura im Fadenkreuz von Kennedys, Buckingham/Nicks-Fleetwood Mac, Civil Wars, Jayhawks, Fairport Convention, Simon & Garfunkel, Pernice Brothers, Milk Carton Kids und Mastersons.