(Rock/Alt.Roots/Country Rock) 2009 Bloodshot - formale Rolle rückwärts! Bandchef Kurt Marschke hat das Zepter wieder fest in die Hand genommen und all die vielen Außeneinflüsse, die noch den Vorgänger 'Silver Mountain' (2007) so sehr prägten, abgeschafft: besonders den britischen Boogie (Mott, Faces, Humble Pie), was man meiner Meinung nach in der Tat nur einmalig strapazieren durfte. Allerdings auch den zuletzt radikal zunehmenden Input von Sängerin Masha Marjieh, die den "Brothers" mit ihren soulig-rockigen Vocals schon eine gewisse originelle Note verlieh. Sie ist als Gast auf drei kleine Backing-Rollen reduziert, genauso wie die anderen Sängerinnen, die Keyboarder, der Akordionspieler und Geigerin Tahmineh Gueramy, die allesamt zum erweiterten Kreis der Band aus Detroit gehören, die jetzt in stark gestraffter Form als Quartett daherkommt: Marschke als Gitarrist und alleiniger Leadsänger mit dieser eklatant einem jüngeren Mick Jagger ähnelnden Stimme, dazu Lead & Slide & Pedal Steel Gitarrist Spencer Cullum plus Rhythm Section. 10 enorm Stones-geprägte ('Beggars Banquet' bis 'Exile On Main Street') Nummern, getränkt mit dem Country Rock-Verständnis eines Gram Parsons (frei nach 'Wild Horses' meets 'Sin City') und dem Rockgeist der Ära Leon Russell bis Delaney & Bonnie. Astreine, glaubwürdige Retro/Analogatmosphäre, passend für 2009 restauriert.