(Songwriter/Country/Roots) 2009 Curb/Lost Highway - die neue Lyle Lovett, seine reguläre 11. CD seit 1986, ist mir eher zufällig untergekommen - zugegeben. Ich habe ihn seit Jahren nicht mehr so richtig verfolgt, weil seine Alben doch sehr formalistisch und austauschbar geworden waren. Eine ähnliche Entwicklung also wie bei Dwight Yoakam in den 90ern, aber schließlich hat auch der wieder die Kurve gekriegt. Eigentlich sieht hier alles auf den Blick genauso aus wie immer - ein paar neue eigene Stücke, etliche Coverversionen der üblich Verdächtigen von David Ball bis RE Keen, von Eric Taylor bis Vince Bell und, klar, mal wieder eine Townes-Nummer: 'Loretta'. Die Produktionsdaten und die Studiomusikerriege in der bewährten Mischung aus Los Angeles und Nashville könnten auch von 1992, 1998 oder 2003 stammen... Und dennoch: 'Natural Forces' klickt bei mir sofort. Es macht Spaß, diese einzigartige Stimme endlich mal wieder so lustvoll und befreit zu hören, die Songkopplung passt, die oft personell so überbordende Large Band wurde entschlackt und nur der Kern verwendet, die Bläser, die Gospelstimmen, die allzu Swing-lastigen Nummern weggelassen. So haben wir es hier mit einer Re-Institutionalisierung des Folk- & Country Troubadours Lyle Lovett zu tun, der mal vor einem Viertel Jahrhundert auszog, um von Texas aus die Welt zu erobern und dabei sogar mehrere Duftmarken in Hollywood hinterließ. Feat. eine feste Studioband auf allen 12 Tracks: Dean Parks, Keith Sewell, Paul Franklin, Matt Rollings, Viktor Krauss, Russ Kunkel, Stuart Duncan und Sam Bush.