(Roots/Blues/Jazz) 2009 Memphis International/Dot - am vergangenen Wochenende (15.08.) ist die Memphis-Ikone, der große James Luther Dickinson (aka East Memphis Slim), im Alter von 67 Jahren an den Folgen einer komplizierten Herzoperation gestorben. So wird - abgesehen von der Wahrscheinlichkeit, dass er tonnenweise unveröffentlichtes Material rumliegen hat - dieses Album aus dem Frühjahr wohl seine letzte "normale" Veröffentlichung bleiben. Normal war natürlich gar nichts im künstlerischen Leben des Allroundtalents, der mit dem Ruf eines musikalischen Querdenkers und völlig autarken Eigenbrötlers mit den Größten der Branche zusammenarbeitete und dessen Produktionscredits ganze Bücher füllen. Weiß jeder, kann jeder nachschlagen, ich will nur die Sachen mit Ry Cooder und Alex Chilton extra erwähnen. Normal ist natürlich auch dieses lässige, coole, late-nightige Album mit ausschließlich Jazz & Blues-Standards aus dem American Songbook nicht geworden. In reiner Triobesetzung mit Bassist Sam Shoup und Schlagzeuger Tom Leonardo hören wir 'Early In The Morning', 'Coleslaw', 'A Chicken Ain't Nothing But A Bird', 'When You Wish Upon A Star', 'Easy Street' usw., Material also, das man mit Veteranen wie Louis Jordan, Johnny Mercer, Ray Charles oder Nat King Cole verbindet. Jim Dickinson lässt das Klavier rollen und croont dazu mit knarziger Schmirgelpaperstimme, die eher selten die "richtigen" Töne trifft. Aber darum geht's hier auch gar nicht.