(Pop/Rock) 2009 Nonesuch - allen, die vom smoothen Pop-Kurs des letzten Wilco-Studioalbum 'Sky Blue Sky' (2007) begeistert waren und jetzt auf ein stilistisch ähnliches Produkt hoffen, sei gesagt: auch dieser Wunsch geht in Erfüllung. Wilco tut niemandem weh, denn "...Wilco loves you" heißt es im gut gelaunten 'Wilco (the song)', dem Opener, der sogleich eine ganz auf Harmonie getrimmte Standortbestimmung abgibt. Anders als bei den großen Brüchen zwischen 'A.M.' und 'Being There' oder 'Summer Teeth' und 'Yankee Hotel Foxtrot' wird der mittlerweile über 5 Jahre in konstanter Besetzung ermittelte und mit immer mehr Feinschliff versehene Wilco-Trademark-Sound auf 'Wilco (the album)' nochmals kultiviert und in die totale Perfektion entlassen! Jeff Tweedy, John Stirratt, Nels Cline, Pat Sansone, Glenn Kotche und Mikael Jorgensen hatten aber auch sehr viel Zeit dafür diesmal: Wurden einige Basic Tracks noch relativ zügig im Chicagoer Heimstudio eingespielt, so nahm man eine kurze Neuseeland-Tour zum Anlass, um dort - auch inspiriert von erheblich mehr Sonne - im Studio von Neil Finn zu verweilen, neue Ideen zu entwickeln und der Kreativität neuen Raum zu geben. Endgültig fertiggestellt später wiederum zuhause, auch in enger Zusammenarbeit mit 'SBS'-Mixer und Top-Tonmeister Jim Scott (BoDeans, Whiskeytown, Neal Casal, Tom Petty), erleben wir nun mit 'WTA' ein musikalisches Klangwunder, das flüssig und locker, beinahe elegant vor sich hin perlend, mit erheblichen Popelementen (Beatles, John Lennon/Stimme, George Harrison/Gitarre, David Bowie, Crowded House, Jayhawks) durchsetzt und mit vielen Overdubs angeliftet daherkommt. Zugegeben: Radikale 'YHF'-Fans werden das als zu beliebig und glattgebügelt, als viel zu wenig "Indie Rock" empfinden müssen! Auf der anderen Seite ist 'WTA' so sehr ein Songalbum (genauer: ein Jeff Tweedy-Singer/Songwriter-Album!) geworden wie zuletzt 'A.M.' und 'Summer Teeth'. Kongenial ist daran, dass die vorzüglichen Musiker (allen voran Nels Cline mit seinem flexiblen, mal harsch und scharfkantigen, mal honigsüßen Leadgitarrenspiel und Glenn Kotche mit hochintelligentem Drumming) nichts ins zweite Glied hinter Tweedy abfallen, sondern das Sextett als völlige Einheit funktioniert: Wilco (the band)!