(Songwriter/Folk/Alt.Folk/Indie Pop/Roots) 2010 Righteous Babe - ich gebe zu, dass - ganz nach dem Motto "man kann ja nicht alles hören" - diese Künstlerin an mir bislang vorbeigelaufen ist. Bei der SXSW 2010 war sie, sicher nicht nur für mich wie das allgemeine Getuschel bezeugte, ein heftiger talk of the town, und ihr neues, viertes Album ist vermutlich nichts weniger als eines der ganz großen Folk Events des Jahres, eine gewaltige Alt./Indie/New Folk Opera, die tief in die Welt des Orpheus eintaucht und die griechischen Unterweltmythen auf subtile und sehr poetische Weise mit der Unsicherheit, Armut und Endzeitstimmung der Gegenwart in Bezug setzt - 'Hadestown'. Joanna Newsoms dieser Welt, gebt acht, hier kommt Anais Mitchell!! Die kleine, zierliche, dabei vor Power nur so strotzende und mit einer klaren, auch in hohe Tonlagen vorstoßenden Jungmädchenstimme gesegnete Endzwanzigerin aus Vermont verströmt auch auf Tonträger Aura und Charisma ohne Ende. In 20 Songs (Kapiteln, Kurzgeschichten, Akten) beweist sie ihre stilistische Vielseitigkeit von zartem Chamber Folk und lässigen Blues & Jazz-Elementen über lebhaften Cabaret Pop und Acapella-Einwürfen bis zu aufwändig arrangiertem Orchester-Americana mit klassischen Zügen und zurück zum Babe Folk einer gutgelaunten Ani DiFranco. Keine zufällige Assoziation, hat das große Vorbild (neben Joni Mitchell, Gillian Welch, Rickie Lee Jones, Victoria Williams, Leonard Cohen, Pink Floyd, Bob Dylan und all den wichtigen Poeten von Ernest Hemingway bis James Joyce) doch früh ein Auge auf Anais Mitchell geworfen und bereits den 2007er Vorgänger 'The Brightness' auf ihrem Label Righteous Babe herausgebracht. DiFranco (als Persephone) ist denn auch einer der illustren Gäste, die die verschiedenen Rollen bei dieser Aufführung einnehmen. Der große Iowa-Mann Greg Brown ist Hades, Justin Vernon (aka Bon Iver) ist Orpheus, Ben Knox Miller (von The Low Anthem) ist Hermes und Mitchell selber ist Eurydice. Dazu hören wir die Haden Sisters Petra, Rachel & Tanya sowie ein großes Aufgebot von Studiomusikern unter Leitung des Gitarristen/Arrangeurs Michael Chorney. Produziert von DiFranco-Bassist/Pianist Todd Sickafoose im state-of-the-art Sound eines Joe Henry, also auf ganz spezielle Art handgemacht, rootsbewusst, entspannt, detailversessen und gleichzeitig sehr zeitgemäß. Tollste Klapp/Pappverpackung inkl. Extrabooklet mit allen Texten und Credits für ein wahres Meisterwerk des Jahres!!