(Songwriter/Alt.Roots/Indie Pop/Folk Rock) 2010 A Major Label/Lonesome Day - ach herrlich, 16 Alben in 30 Jahren und kein bisschen weise! Fred Eaglesmith überrascht immer wieder mit musikalischen Merkwürdigkeiten, abgefahrenen Arrangements, vehementen stilistischen Schwenks, neuen, interessanten Mitspielern in seiner Band und verweigert sich dem üblichen Automatismus oder irgendwelchen Erwartungen von Fans und Kritikern. Und bietet uns dann doch stets einiges auf der "sicheren" Seite: spannendes, ungewöhnlich strukturiertes Songmaterial, diese einzigartige knarzig-knödelnde Stimme und einfach verdammt gute Musiker, die seine Visionen so adäquat umzusetzen in der Lage sind, dass es immer irgendwie locker und entspannt klingt. 'Cha Cha Cha' kommt nicht zufällig mit so einem Titel: Bossa Nova, lateinamerikanisches Flair, etwas Swing und Easy Listening, verhalten tanzbare Rhythmen bestimmen den Charakter der meisten der 10 neuen Eaglesmith-Nummern, die inhaltlich allerdings gar nicht beschwingt sind, sondern sich mit Liebesverlust und Einsamkeit beschäftigen. Dazu passen dann die sumpfigen, bisweilen gar schrillen und psychedelisierten Gitarrenbreaks, die schwüle Orgel, der schwermütige, klagende, mit brüchiger, an Tom Waits und Johnny Dowd erinnernder Stimme vorgetragene (Sprech-) Gesang. Hochgradig subversiver Stoff mit ausgesprochenem Suchtpotenzial! Zur 'Cha Cha Cha'-Band gehören übrigens ausdrücklich The Fabulous Ginn Sisters (Brit & Tiff) aus Austin, Texas, die mit ihren Backing Vocals in einer Mischung aus Coco Rosie, Living Sisters und Po' Girl mächtig Alarm machen. Someone to watch! Das gilt auch für die exquisite 'Careless'-Performance jüngst bei David Letterman - unbedingt auf You Tube ansehen!