(Songwriter/Folk/Pop/Roots) 2010 Rykodisc - wenn wir ehrlich sind, warten wir seit allzu vielen Jahren schon auf eine alles überragende CD des ehemaligen Masterminds der Jayhawks, der uns mit seinen diversen Veröffentlichungen "danach" mal mehr und mal weniger enttäuschte. Viele der Creekdippers-Sachen waren manchen ja zu Victoria Williams-lastig und Olson wurde in der Tat ziemlich untergebuttert, das überraschend abgefeierte 2007er 'The Salvation Blues' war zwar ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, aber die arg fade Reunion mit Gary Louris ein Jahr später ('Ready For The Flood') geriet leider zum totalen Langweiler. Die "schlechte" Nachricht ist: auch diesmal gibt's (noch) kein Überwerk von Olson. Die gute: Er kommt verdammt dicht dran, wahrscheinlich ist es seine beste Soloarbeit überhaupt! Die paar schnelleren bzw. dezent angerockten Lieder klicken sofort, sicher nicht anders als früher bei den Jayhawks, also z.B. der Opener 'Little Bird Of Freedom' mit Gast-Vocals von Jolie Holland. Die Langsam-Folk-Nummern, mal karg nur mit Gitarre, mit etwas Percussion (Djembe) oder von kleiner Streichereinheit garniert, besitzen Tiefe, transportieren Emotion und wachsen mit jedem Hördurchgang. Das Salz in der Suppe aber sind die mit ungewöhnlicheren Arrangements versehenen Balladen und Midtempo-Stücke, auf denen geringste Kleinigkeiten (Instrumentierung, gesangliche Phrasierungen, Tempowechsel, merkwürdige Breaks) für Spannung sorgen und das gewohnte Hörverhalten für solch eine Musik hinterfragen. Ein großes Highlight ist z.B. 'No Time To Live Without Her' (feat. Vocals der wieder ausgegrabenen Brit-Folk-Ikone Vashti Bunyan). Viel nachhaltiger als die per Extrasticker proklamierte 2-Generationen-Harmony Vocals-Attraktion (Bunyan vs. Holland) begeistern mich allerdings die - und da ist der Begriff wahrlich angebracht! - very haunting Vocals von Percussionistin/Pianistin Ingunn Ringvold aus Norwegen auf fast allen Tracks (!). Dazu die mitunter sehr zerbrechliche, fragile Stimme Olsons und der Rückenschauer ist nicht mehr aufzuhalten. Sensible Gefühlsmusik! Feat. Neal Casal, Shay Scott, Phil Baker, Danny Frankel.