(Songwriter/Folk/Roots/Country Rock) 2010 Music Road - einer meiner totalen Americana-Helden und all-time-favorite Nashville Singer/Songwriter der 90er ist zurück mit seiner ersten "eigenen" Platte seit 'Millionaire' von 2001! Allein diese Meldung lässt einem schon die Nackenhaare aufrichten. Natürlich wissen alle Fans, dass er in der Zwischenzeit nicht weg war - im Gegenteil. Zusammen im Team mit seinem langjährigen kongenialen (Dead Reckoning-) Partner Kieran Kane und dem Multiinstrumentalisten Fats Kaplin veröffentlichte Welch zwischen 2004 und 2007 eine Trilogie von ganz besonderer Qualität: 'You Can't Save Everybody', 'Lost John Dean' und 'Kane Welch Kaplin' gehörten mit diesem ganz speziellen "haunting spirit" jeweils (nicht nur) zu meinen Jahresfavoriten und wären jederzeit Desert Island-tauglich! Und da mag das Hauptproblem für 'A Patch Of Blue Sky' liegen. Denn hier haben wir es wieder mit einer eher "normalen" Publikation des mit jener unglaublich attraktiven, warmen Baritonstimme gesegneten Troubadours zu tun. Kommt noch dazu, dass der Gute nach Texas in die karge Einöde von Wimberley gezogen ist und dort einen lässig-entspannten Alltag mit gelegentlichen Auftritten und Songwriter Workshops lebt. Soll heißen: Der East Nashville-Biss ist einer gewissen Texas Folk-Schläfrigkeit gewichen, die ich bei so vielen Künstlern geradezu liebe, an die ich mich bei Kevin Welch erst gewöhnen musste. Um dann u.a. solche Highlights wie 'The Great Emancipation', 'Midnight And Noon' und 'Longgone Dream' zu entdecken. Außerdem nervt mich, dass ein so engagierter Storyteller mit teils schweren Themen wie der australischen Brandkatastrophe von 'Marysville' oder dem epischen 'Andaman Sea' oder dem tongue-in-cheek Wortspiel von 'Come A Rain' es nicht für nötig hält, ein solides Booklet zu gestalten, sondern für Lyrics und Liner Notes auf seine Homepage verweist! Musste gesagt werden, ist am Ende des Tages trotzdem eine verdammt gute Platte! Feat. Sohn Dustin Welch, Tochter Savannah (mit ihren Trishas), Fats Kaplin, Eliza Gilkyson, Bukka Allen, Glenn Fukunaga, Brian Standefer, Rick Richards u.a.