Der populäre Americana & Guitar Rock-Allrounder Tom Gillam gehört zu der Gruppe von US-Musikern mit heißen Drähten nach Europa. Kaum ein Jahr vergeht, in dem der sympathische Wahltexaner nicht bei uns auf Tour wäre, sei es solo, im Duoformat, mit Bandbegleitung oder im Rahmen der Singer/Songwriter-Supergroup US Rails. Bei so viel Präsenz und dauerhafter Beliebtheit ist die ausreichende Grundversorgung der Fans mit neuem Material natürlich eminent wichtig. Und Tom Gillam liefert! Regelmäßig seit nunmehr fast 20 Jahren, ab 2007 ohne Unterbrechung auf Blue Rose. 'Beautiful Dream' heißt sein brandneues Werk - nach längerer Zeit mal wieder mit ausdrücklicher Banderwähnung auf dem Cover, ein klares Bekenntnis also zum ausgeprägten Teamplay innerhalb der Gillam-typischen Koordinaten 70er Retro Rock, Country Rock und Roots'n Roll zwischen Texas-Grundierung und Westcoast-Atmosphäre. Als das Blue Rose-Label Tom Gillam 2007 mit seinem 4. Album 'Never Look Back' in Europa einführte, da war er für viele noch der große Unbekannte. Das hat sich vollkommen geändert! Heute steht sein Name als Inbegriff für handgemachte, nachhaltig wertvolle Blue Rose-Kost. Gillam, geboren in New Jersey und musikalisch sozialisiert in der nahen Szene von Philadelphia, debütierte Ende der 90er vielsagend mit dem Album 'First Of All', gefolgt von 'Dallas' (2001) und 'Shake My Hand' (2004). Ein späterer Sampler, 'Better Than The Rest', würdigt diesen frühen, noch deutlich im erweiterten Country/Roots Rock/Americana-Bereich befindlichen Stoff. Sein Engagement als Gitarrist in der Band des bekannten Singer/Songwriters Joseph Parsons weckte Mitte des letzten Jahrzehnts die Aufmerksamkeit der Blue Rose-Scouts. Besonders live wusste Tom Gillam durch seine vitale Bühnenpräsenz zu überzeugen - der Grundstein für eine bis auf den heutigen Tag andauernde Freundschaft mit dem schwäbischen Label war gesetzt. Mit 'Never Look Back' und dem fulminanten Live-Mitschnitt 'Play Loud, Dig Deep - Live, Somewhere In America' von 2008 steuerte er, unterstützt von seiner Band Tractor Pull, auf einen straighteren Rock-Kurs Richtung Mellencamp, Hiatt, Walsh, Seger und baute sein Renommée ein Jahr später mit dem nächsten Studioalbum 'Had Enough?' noch weiter aus. Inzwischen hatte sich Tom Gillam privat nach Texas orientiert und in der musikalischen Kreativzelle von Austin seine neue Heimat gefunden. Beim beliebten Sender KNBT-FM moderiert er seit vielen Jahren eine erfolgreiche Radio Show, "The Cosmic Power Hour". Mit Poco, den Ozark Mountain Daredevils, Outlaws, Byrds, Manassas, den Allmans oder auch gerne Obskurerem kultiviert er seine heftige Leidenschaft zur Musik der 70er Jahre. Seine eigenen Ambitionen verfolgt Gillam seitdem zweigleisig. Mit Joseph Parsons, Ben Arnold, Scott Bricklin und Matt Muir gründete er die beliebten und häufig bei uns tourenden US Rails. Was ursprünglich noch als Klassentreffen alter Philadelphia-Freunde anmutete, entwickelte sich zu einer weiteren veritablen Blue Rose-Größe mit immerhin drei professionellen Studioalben zwischen 2010 und 2013: 'US Rails', 'Southern Canon' und 'Heartbreak Superstar'. Daneben veröffentlichte er Anfang 2012 das überraschend entspannte und in großen Teilen akustische 'Rustic Beauty' mit Backing seiner lokalen Austin Band The Drakes. Ende desselben Jahres fand er für 'Good For You' den goldenen Mittelweg zwischen Midtempo-Balladen der Extraklasse, forschem Country Rock und fetzigeren Nummern auf der elektrischen Seite der Americana-Medaille. Tom Gillam & The Kozmic Messengers leben auf 'Beautiful Dream' ihre Neigung zum unauslöschlichen Retro Rock-Sound der siebziger Jahre voll aus! Die 10 neuen Tracks, darunter eine sehr ungewöhnliche Wahl als Covernummer einer gar nicht so abwegigen Band…, strotzen vor elektrischer Spielfreude, leidenschaftlichen Vocals und einer Rückbesinnung auf den rockigeren, gitarrenlastigen Sound der Erfolgsplatten 'Never Look Back' und 'Had Enough?'. Das Quartett besteht aus Tom Gillam mit Lead Vocals, an den elektrischen und akustischen Gitarren, etwas Klavier und E-Piano, aber nur einem kurzen Solo an der Slide Guitar. Diesen Job überlässt er diesmal seinem kongenialen Saitenpartner David Spencer aus San Antonio, der zudem Lap Steel und Dobro spielt, sich die Electric Lead Soli mit Gillam teilt und auch als Co-Writer/Sänger fungiert. Dan McCann am Bass, ein echter Veteran der Texas Roots Rock-Geschichte (u.a. Evan Johns & The H-Bombs, Snake Farm, Henry Vestine) und Schlagzeuger Kenn Furr bilden die Rhythm Section, praktisch als 5. Mann spielt Produzent/Soundmann/Mixer Ron Flynt (20/20, Bluehearts, Drakes) an diversen Keyboards von Klavier bis Orgel. Er ist auch verantwortlich für den total analog klingenden und ideal auf diese Musik zugeschnittenen Retrosound. Das Album beginnt mit einem total rockigen Dreierpack: 'Tell Me What You Want' ist kompakter, von Slide Guitar-Soli und Orgelschüben geprägter 70er Rock à la Joe Walsh, 'Just Don't Feel Like Love' erinnert an späte elektrische Eagles mit James Gang und bietet herrliche Twin Guitar-Passagen. 'Flying Bird' kommt mit dem für Tom Gillam typischen knödeligen Gesang, erstaunt mit einem souligen Backingchor (via Texas Roots-Sängerin Shelley King) und spart nicht mit tollen Lead & Slide Guitar-Duellen! Zur Entschleunigung erleben wir danach auf 'Red Letter Day' kalifornisch dahinfließenden Sonnenuntergangs-Country Rock mit akustischen Gitarren, Klavier und ganz viel Pedal Steel. Und dann… 'Good Day In Hell'! Diese wahrlich seltene Eagles-Covernummer (von 'On The Border') passt als ungewollte Hommage an den gerade verstorbenen Glenn Frey. Ganz anders das 6-minütige, perfekt betitelte 'Lazy Sunday'. Nach einem langen Intro steuert die Band einen Kurs zwischen dem entspannten Rock'n Roll der Grateful Dead zu Zeiten von 'American Beauty' und den von Dickey Betts geprägten Allman Brothers zur 'Brothers & Sisters'-Phase. Im wahrsten Sinn "kosmisch" nehmen sich dabei die perlenden Gitarrenimprovisationen im Mittelteil aus! 'All About Me' ist ein schnörkelloser "fast & furios" Rocker auf Blues-Basis mit überraschendem Saxofon-Intermezzo (von Steve Bernstein) zwischen all der Lead & Slide Guitar Power und 'Better Things To Do' überzeugt als Blues-lastiger Rock'n Roll mit funky Grooves. Nach dem kurzen Acoustic Guitar-Instrumental 'DnG' von David Spencer endet 'Beautiful Dream' mit der 5-Minuten-Langsamballade 'Sail Away' - fast schon eine veritable Rockhymne von Gillam & Spencer, bei der sich beide mit Lead Vocals abwechseln und auf akustischen Gitarren spielen. Delikat ausstaffiert mit Electric Piano, Dobro, Klavier und Orgel sorgt dieses Stück für ein recht spaciges Ende: bestens geeignet für KNBT-FM und "The Cosmic Power Hour"!