(Alt.Folk Rock/Indie Rock/Pop) 2015 Bloodshot - ein ungemein ambitioniertes, bisweilen fast angestrengtes Album mit 10 Songs über die Vielschichtigkeiten des Themas "Liebe" in mehreren Variationen, gerne auch in düsterer, abgründiger Betrachtung. Das für seine motto- und konzepthaften Werke bekannte Quintett aus Bloomington, Indiana kommt auf seinem 7. Album weit weniger urgewaltig und archaisch als zuvor daher, verbreitert dagegen das Spektrum ihres typischen Midwest Gothic Alt.Folk mit erstaunlich ohrenfreundlichen Elementen aus der großen Indie Americana Pop-Schublade. Dazu steuert der neue 5. Mann, Multiinstrumentalist David Fountain, mit pathetischen Synthesizer-Flächen, Mandoline, Banjo und Trompete seinen gehörigen Teil bei, ebenso wie Co-Produzent/Soundtüftler Kevin Ratterman, in dessen La La Land Studio in Louisville, Kentucky 'Big Dark Love' aufgenommen wurde. Der hatte jüngst nicht nur mit den Flaming Lips, Young Widows und Jim James gearbeitet, sondern auch mit den Streicher-intensiven Cheyenne Marie Mize und Ben Sollee. Insofern verwundert es, dass Murder By Death's instrumentelles Markenzeichen, das Cello von Sarah Balliet, deutlich weniger extrovertiert zur Geltung kommt als sonst! Natürlich agiert wieder Gitarrist, Leadsänger, Texter, Mastermind Adam Turla vorneweg, obwohl auch seine ansonsten so mächtige Stimme (Mark Lanegan meets Nick Cave) hier das ein oder andere Mal klangtechnischen Experimenten unterzogen wird. Murder By Death also mit einer mutigen Abkehr vom allzu Gewohnten, aber immer noch mit genug Gothic, Drama und Americana Noir für ihre langjährigen Fans. Etwa vergleichbar mit einer Mischung aus Great Crusades, Camper Van Beethoven, Woven Hand, Decemberists, Firewater und My Morning Jacket.