(Songwriter/Pop/Rock/Guitar Rock/Power Pop) 2015 Yep Roc - auch im gehobenen Alter von 60 Jahren wird der ewige Kulttyp Chris Stamey glücklicherweise überhaupt nicht berechenbarer! Überraschte der ehemalige dB's/Sneakers-Popmeister auf seinem jüngsten Album 'Lovesick Blues' (2013) noch mit betont sanften, romantischen Songs und fast introvertiertem Kammerpop, so geht er mit 'Euphoria' wieder voll in die Offensive, bietet ein dynamisches, breit aufgestelltes musikalisches Spektrum, das im Laufe seiner 10 offiziellen Songs (inkl. dem tollen, bislang unveröffentlichten Ryan Adams-Opener 'Universe-sized Arms') praktisch bei allen Stationen seiner 40-jährigen Karriere halt macht: Power Pop, Garage Beat, Indie Rock, Baroque Pop, Psychedelia, Wave Rock, Rickenbacker Pop und jede Menge dB's-Intelligenzia mit Verbeugungen vor den Beatles, Alex Chilton, Kinks, Byrds, Jam, Nick Lowe bis hin zu R.E.M. und Teenage Fanclub. Das heißt, wir haben es hier mit gnadenlosen Riffs, sehnsüchtigen Harmonien und endlos melodischen Refrains der ganz besonders edlen Art zu tun - alles verpackt in diesem vertrackten, verspielten, verperlten New Pop, der einen damals in den 80ern so sehr zum ultimativen Fan der dB's werden ließ und der später so zentrale Solowerke wie 'It's Alright' (87), 'Fireworks' (91) und 'Travels In The South' (2004) zeugte. Dazu hat Stamey seine innige Liebe für die elektrische Gitarre wiederentdeckt, so rockt 'Euphoria' nicht nur auf dem Titelsong von vorne bis hinten, selbst auf den üppig instrumentierten, orchestral durcharrangierten Überpop-Nummern; na ja, vielleicht mit Ausnahme der Feuerzeugballade 'You Are Beautiful'... 3 Bonus Tracks runden dieses jederzeit pure Freude bereitende Album perfekt ab: eine Instrumentalversion des Titelsongs, ein "Groovy Radio Mix" des singles-trächtigen 'Where Does The Time Go?' und eine Hammerfassung von Tommy James' 1971er Soloerfolg 'Draggin' The Line'!