(Songwriter/Country/Country Rock) 2015 Privatlabel - unabhängig davon ob die Trishas gerade aktiv sind oder mal wieder eine schöpferische Pause einlegen, erweisen sich die vier Frauen dieser ganz speziellen, äußerst famosen Frauenband aus dem Großraum Austin nebenbei auch als unterschiedlich wirkende Solokünstlerinnen. Während es von Savannah Welch und Liz Foster noch keine eigenen Endergebnisse gibt und insgesamt auch eher wenige Songwriting-Beiträge für die Trishas, hat Kelley Mickwee vor kurzem immerhin eine sehr vielversprechende Mini-CD veröffentlicht ('You Used To Live Here', Blue Rose, 2014). Jamie Wilson legt dagegen jetzt ihr erstes volles Soloalbum vor - nach einer Mini-CD ('Dirty Blonde Hair', 2010) und sowieso den mit Abstand meisten Originalsongs für die Trishas in der Vergangenheit. Ja, und wenn man die Trishas öfter schon mal live erleben durfte, dann war es zu erwarten, dass Jamie Wilson eine deutlich Country-orientierte Platte einspielen würde! Texas Country, etwas Country Rock und auch durchaus über den lokalen Rahmen hinausblickender Country/Americana Folk, kompatibel von Südkalifornien über Oklahoma bis nach Nashville und durch die Südstaaten zurück nach Austin! Grundlage ihres wirklich ganz exquisiten Albums sind drei Punkte: 1. diese sagenhaft warmherzige, souveräne, sooo viel Gefühl transportierende Stimme, die nicht selten an eine Emmylou Harris zu ihrer Blütezeit erinnert. 2. das vielschichtig angelegte, gut abgehangene Songmaterial: 12 komplett eigene Nummern, z.T. mit Freunden wie Wade Bowen, Jason Eady, Owen Temple, Jon Dee Graham, Adam Hood u.a. im Team geschrieben. 3. die angenehme, zeitlose, herrlich analog klingende, gar nicht so sehr auf typischen Texas-Sound reduzierte Produktion von John Ross Silva & Kevin Szymanski, die auch schon mit Jason Boland, Carrie Rodriguez, Hayes Carll, Sam Baker, Reckless Kelly und Jimmy LaFave zu tun hatten. Semiakustisch/elektrische Arrangements, eingespielt von einer absoluten Klasseband um Saitenass Scott Davis (akustische, elektrische Gitarren, Banjo, Mandoline, Lap Steel), Reckless Kelly-Gitarrist David Abeyta, Pedal Steeler Brian Rung, Bassist Cody Foote und John Ross Silva selber als Drummer. Wade Bowen singt auf 'Just Some Things' im Duett, John Evans, Gordy Quist (Band Of Heathens), Courtney Patton und Emily Bell bestreiten die Harmony Vocals. Aber es ist klar Jamie Lin Wilson, die mit ihrer grandiosen Performance immer im Vordergrund bleibt. Sicher eine der ganz besonderen Country/Americana-Veröffentlichungen des letzten Jahres!!